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Bericht von Dr. Manfred Meyer

Unser Zahnarzt Dr. Manfed Meyer berichtet aus Sierra Leone

Meine zahnärztlichen Tätigkeiten in Bo/Sierra Leone/West-Afrika

Bereits seit 1988 engagiert sich der gemeinnützige Verein „Hilfe direkt Oldenburg – Sierra Leone ViB e.V." in Bo/Sierra Leone/West-Afrika. Mit viel Engagement, Beharrlichkeit und Fleiß haben Gisela Bednarek und Musa Bainda dort ein Krankenhau, eine Schule sowie weitere Projekte ins Leben gerufen. Alle Projekte laufen ausschließlich durch Spenden und Einsatz eigener Mittel erfolgreich, wie die zahlreichen Ehrungen eindrucksvoll zeigen.

Nach meiner Praxisaufgabe habe ich, Dr. Manfred Meyer, Zahnarzt, 2014 Gisela kennengelernt und war sofort von ihrer Ausstrahlung und Hilfsbereitschaft beeindruckt. Als Zahnarzt habe ich mich natürlich nach der Zahngesundheit der einheimischen Bevölkerung erkundigt. Die Antwort hat mich total erschüttert. Es gibt in der Region um Bo überhaupt keine zahnärztliche Versorgung. Entsprechend katastrophal ist der Zustand der Zähne und des Zahnfleisches, besonders der Kinder und Jugendlichen. Es ist gar nicht so selten, dass Menschen an ausgedehnten Abszessen sterben, weil sie nicht behandelt werden können. Dies hat sofort meine Hilfsbereitschaft hervorgerufen und wir haben gemeinsam überlegt, wie wir diesem Missstand begegnen können. Nach vielen intensiven Gesprächen sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass ich in Bo eine Zahnarztpraxis errichten muss. Ein Gebäude für dieses Projekt gab es bereits, so dass die Grundvoraussetzung für eine Praxis bereits gegeben war. Also habe ich mich nach reiflicher Überlegung bereit erklärt, die nötigen Voraussetzungen für den Betrieb einer Zahnarztpraxis zu schaffen. Das war aber leichter gesagt als getan! Mit sehr viel Hartnäckigkeit und großem zeitlichen Aufwand (1 ½ Jahre) habe ich alle für den Betrieb einer Zahnarztpraxis notwendigen Einrichtungsgegenstände wie Behandlungseinheit, Röntgengerät, Sterilisator, Absauganlage, Kompressor, Instumentenschränke und Intrumentarium gesammelt. Danach wurde alles in Kisten verpackt, in Containern verladen und per Schiffsfracht nach Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, gebracht. Diese Aktion erforderte eine Vielzahl von Helfern, deren Hilfsbereitschaft beispiellos war. Sehr dankbar bin ich auch zwei Oldenburger Dentaldepots, zwei Oldenburger Zahnärzten und einem Oldenburger Kieferchirurgen für ihre tatkräftige Hilfe und Spendenbereitschaft, ohne deren Unterstützung das gesamte Projekt nicht möglich geworden wäre. Vielen Dank dafür!

Im Jahr 2016 wurde dann die Praxis von Klaus Jakubowski, einem Techniker, aufgebaut und von uns beiden bei meinem ersten Aufenthalt in Bo in Betrieb genommen. Wie sich schnell herausstellte, bestand meine zahnärztliche Arbeit  fast ausschließlich in chirurgischer Tätigkeit, als da sind Zahnextraktionen, Entfernen von Weisheitszähen, Ausgraben von Wurzelresten und Spalten von Abszessen. Anfänglich hatte ich große Schwierigkeiten, mit der Mentalität der Einwohner klarzukommen, keine Füllungen zuzulassen, sondern sofort die Extraktion zu fordern. Da sich diese Einstellung im Laufe meines Aufenthaltes nicht geändert hat, habe ich mir überlegt, ein zahntechnisches Labor zu errichten, um die von mir geschaffenen Lücken wieder zu schließen. Das wird ab Januar 2019 geschehen. Die Container sind nach längerem kostspieligen Aufenthalt im Hafen von Freetown, in Bo angekommen. Der Inhalt der Container wartet jetzt auf den Aufbau.

Leider ist zur Zeit der Andrang der Patienten noch nicht besonders groß. Grund dafür sind die langen Wege und die Angst vor dem Zahnarzt. Ein weiterer Grund ist sicherlich auch, dass die Zahnarztpraxis nur während meiner Anwesenheit geöffnet ist, da bisher noch Zahnärzte fehlen, die eine kontinuierliche Öffnung der Praxis gewährleisten könnten. Diese Tatsache, dass die Patienten aufgrund der großen Entfernungen nicht die Möglichkeit haben, die Praxis aufzusuchen, hat nach längerem Nachdenken zu dem Ergebnis geführt, meine Tätigkeit zusätzlich direkt in die Dörfer zu verlegen. Die Möglichkeit dazu hat ein amerikanischer Sponsor geschaffen, von dem ich eine mobile zahnärztliche Behandlungseinheit erhalten habe, so dass die Behandlung vor Ort kein Problem darstellen dürfte. Dafür bin ich ihm sehr dankbar!

Mit diesen beiden neuen Projekten werde ich im Januar 2019 beginnen. Ich verspreche mir sehr viel davon.

Weiterhin ist geplant, in den Schulen den Kindern das Putzen der Zähne beizubringen, verbunden mit der Unterweisung in allgemeiner und zahnärztlicher Hygiene. Für diese Aktion hat sich dankenswerter Weise Frau Janina Riediger , erfahrene Zahnarzthelferin, zur Verfügung gestellt. Sie wird den Unterricht in den Schulen leiten. Kontakte zu den Schulen bestehen bereits, so dass wir im Januar 2019 beginnen können.

Meine Triebfeder, immer wieder nach Sierra Leone zu fliegen, ist die zu Herzen gehende Dankbarkeit der Menschen für meine Behandlung. Sie sind immer fröhlich, tanzen und singen, obwohl sie bitterarm sind!

Solange es mir meine Gesundheit erlaubt, werde ich immer wieder nach Bo reisen, um den Menschen dort zu helfen.

Dr. Manfred Meyer

Dezember 2018

 

Musa

Kind

Behandlung

OP

OP 2

Praxis aussen

Mr Kai

Kinder

vor OP

OP-1

nach OP

Behandlung

Rundschreiben 2018

EINE GROSSE BITTE: Wir bitten um Spenden, um die entstandenen Containerkosten abbauen zu können sowie für nachstehende Projekte.

NACHFOLGEPATENSCHAFTEN …

gesucht für Mariama Bah. Sie geht in die letzte Klasse der Secondary-School in Freetown und möchte später Rechtsanwältin werden…

und

für Chernor Abu Boackarie Jalloh. Er hat an der

UNI in Njala den Stuiengang "Sociology" aufgenommen.

Beide hatten eine Patenschaft, die aber nicht fortgeführt werden kann.

Wenn sie keine Hilfe bekommen, werden sie die Schule / UNI abbrechen müssen.

 

EINSÄTZE IM ERSTEN HALBJAHR IM GILA-HOSPITAL IN BO:

Dr. Henning Ritter, Dr. Korina Tietjen, Dr. Manfred Meyer,Thomas Ehli und Klaus Jakubowski.

 

 

  

 

CONTAINER (das Wort Container hinterläßt immer noch negatives Rauschen in meinen Ohren):

Die Freistellung der beiden Mitte Februar 2018 in Freetown angekommenen Container verzögerte sich aufgrund der Wahlen, Stichwahlen, Unruhen, Schließung von Schulen, Abwesenheit des Ministers, Unsicherheit der alten und neuen Regierungsmitarbeiter bis zum 1. Juni 2018, wobei jeder Tag Standgebühren pro Container in Höhe von 100,00 € (!) auslöste. Musa Bainda hielt sich während der Wochentage in Freetown auf (Benzinkosten und Zeitverlust) und besuchte täglich von morgens bis abends die Büros – leider bis zum 28. Mai ohne Erfolg. Welch eine Frustration! Dann endlich wurden die Container durch Zahlung von letztendlich etwas über 17.000,00 € zusätzlich zu den normalen Containerkosten freigegeben. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass die ganzen Wochen für uns der reinste Horror waren. Hier ist das letzte Geld draufgegangen, Musa mußte in Freetown noch einen Kredit aufnehmen usw., ansonsten hätten wir die Containertüren öffnen und alles rausholen lassen können, Löhne im Hospital konnten nicht komplett gezahlt werden usw. Endpunkt: Die Schulden sind noch lange nicht abgebaut.

Die Spedition Haalboom hat uns die Bezahlung eines Containers gestundet, eine Freundin hat uns einen zinslosen Kredit bis Ende 2019 gewährt. Das waren/sind für uns alle psychische Belastungen hoch drei. Musa hat von der Regierung einen Brief bekommen mit der Aussage, dass es Schuld der Regierung ist, dass die Container nicht freikamen. Das war aber auch alles. Eine finanzielle Hilfe gab es von der Regierung natürlich nicht. Hinzu kam noch, dass man meinen Zafira, welcher sich auch in einem Container befand, zunächst einfach beschlagnahmt hat mit der Begründung, das es kein Projektfahrzeug sei. Um das Fahrzeug einzufordern, kostete es mehrere Tage Klinkenputzen, Papierkram und Gebühren.

Hinzu kam, dass Dr. Manfred Meyer und Thomas Ehli in der Zeit von Februar bis Ende April 2018 in Sierra Leone waren, um das zahnärztliche Labor zu verkabeln/aufzubauen/einzurichten mit dem in einem Container befindlichem Material.Das aber war nicht möglich, weil die beiden Container erst am 2. Juni (!) in Bo eintrafen.

 

Dr. Meyer fliegt am 10. Januar 2019 wieder nach Bo mit einer mobilen Dentalstation und einem "Hoppelmax" (Generator), um Patienten in Dörfern behandeln zu können. Beide Geräte wurden von einem Amerikaner finanziert. Außerdem wird er zusammen mit Klaus Jakubowski endlich das Labor aufbauen.

 Auch ist angedacht, dass Anfang 2019 Frau Cydie Cooke mit mehreren Zahnärzten aus Amerika nach Bo kommt, um Patienten zu behandeln.

 Übrigens: Alle vier Zahnarztpatienten, die sich in akuter Lebensgefahr befunden haben, haben überlebt, sind inzwischen gesund und sehr glücklich und dankbar.